Präventionstheater 2018
Bereits zu Beginn gelingt es den zwei Schauspielern Christine Wagner und Daniel Zimpel des ue-Theaters Regensburg, das Eis zwischen sich und den versammelten Fünftklässlern zu brechen. Sie stellen in fröhlichem Plauderton Regeln für das Zuschauen auf und bringen so bereits vor dem eigentlichen Stück ihr Publikum trotz des ernsten Themas zum Lachen. Um die Konzentration der jungen Zuschauer zu fokussieren, werden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Seite soll besonders auf die Verhaltensweisen und Gefühle des Opfers Marko achten, die andere Seite dagegen vor allem auf die Rädelsführerin der Mobbinggruppe Tine.
Während des Zweimannstücks, in dem von den Schauspielern verschiedene weitere Rollen geschickt übernommen werden, erfolgt immer wieder eine Einbeziehung der Zuschauer, indem sie nach ihrer Einschätzung des Geschehens gefragt werden. Die regen Wortmeldungen in diesen Phasen offenbaren, wie sehr das junge Publikum von dem Theaterstück berührt wird. Dabei gibt es mehrere Szenen, welche die Zuschauer trotz des ernsten Themas zum Lachen bringen, etwa wenn der Direktor der Schule Markos Mutter immer wieder mit denselben monotonen Worten versichert, dass das Klima an der Schule sehr gut sei, die Lehrer hoch motiviert seien und alle Kinder sehr gerne in die Schule kämen.
Gerade das einfühlsame Gespräch der Schauspieler mit ihren Zuschauern im Anschluss an das Theaterstück zeigt, dass das Thema und die Umsetzung die Herzen der Fünftklässler erreicht haben. Insbesondere der Umstand, dass die Schauspielerin selbst als Kind gemobbt wurde, beschäftigt die Schüler sehr und es werden viele Nachfragen gestellt. Selbst nach Abschluss der offiziellen Diskussion kommen noch zahlreiche Schüler zu den Schauspielern und unterhalten sich mit ihnen weiter. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass dieses Präventionstheaterstück seine Zielgruppe erreicht hat.