Was passiert, wenn das Thema Mobbing ignoriert wird, führte das ue-Theater Regensburg im Rahmen des Präventionsprogramms am Ignaz-Kögler-Gymnasium in Landsberg wieder einmal den gut 100 Schülerinnen und Schülern der fünften Jahrgangsstufe vor Augen.
Tine, die Rädelsführerin einer Mobbinggruppe, zeigt Marko, welche Rolle er in der Klasse einnimmt: Von allen nur noch „Stinki“ genannt, wird er im Schulalltag drangsaliert, ausgegrenzt, verbal heruntergemacht und bedroht. Als sich Markos Mutter hilfesuchend an den Schulleiter wendet, verharmlost dieser den Sachverhalt völlig. Mobbing an seiner Schule - das gibt es nicht. Im Gegenteil: Raufereien auf dem Pausenhof gehörten doch dazu… Das hat fatale Folgen für Marko.
Eindrücklich und mit einer überzeugenden schauspielerischen Leistung vermittelten die beiden Schauspieler den Fünftklässlern, was Mobbing mit Menschen anrichten kann. Dabei machten sie auch deutlich, welche Motive auf Seiten der Täter bestehen. In einem engagierten Gespräch zwischen Schauspielern und Schülern, das sich an das Theaterstück anschloss, wurden Wege aus dem Mobbing erörtert und auch die Rolle von Mitläufern diskutiert.
Um zu vermeiden, dass Gewalt unter Kindern und Jugendlichen ein Tabuthema wird, setzt das Ignaz-Kögler-Gymnasium in Landsberg auf ein Präventionskonzept, dessen Ziel es ist, ein soziales Klima zu schaffen, in dem sich alle sicher und wohlfühlen können. Nach dem Motto "Vorbeugen ist besser als heilen" soll schon der Prävention ein großes Augenmerk geschenkt werden, nicht erst der Intervention.
Im Rahmen dieses Konzepts fand ein Workshop zur Gewaltprävention statt, der vom Verein „Selbstbewusst und Stark“ durchgeführt wurde. Mit jeweils einem Trainer des Vereins arbeiteten die vier sechsten Klassen einen Vormittag zusammen.
Allgemein wurde mit den Schülern und Schülerinnen auf die Problemfelder von Mobbing und auch von Cybermobbing eingegangen: Welche – auch subtilen – Formen von Gewalt gibt es? Welche Ursachen besitzt Gewalt? Wie kann ich mich dagegen wehren und mir Hilfe einholen? Und auch: Welche Rolle spiele ich als „Beobachter“?
Darüber hinaus ging es auch um das Einüben von Empathie-Fähigkeit. Denn nur wer in der Lage ist, sich in andere hineinzuversetzen, kann auch erfolgreich Probleme lösen. In verschiedenen Übungen lernten die Schüler, die Gefühle von anderen wahrzunehmen und vorherzusagen, wie andere sich fühlen – vor allem in Mobbingsituationen.
„Ein sehr interessanter, informativer und kurzweiliger Vormittag!“, so das Feedback vieler Sechstklässler. Das positive Echo zeigt, dass sowohl das Thema als auch die methodenvielfältige Aufarbeitung gut ankamen. Auch die Rückmeldung der Trainer macht deutlich, dass in den Klassen gut gearbeitet wurde und keine Scheu bestand, vorhandene Konflikte anzusprechen und diese zu analysieren.
Die Kosten für das Projekt übernahm die Frank Hirschvogel Stiftung.